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Chronologie der Berger Schulwesens in der Zeit von 1701-1800

1701 Einrichtung einer katholischen Nebenschule in Grafeld (vgl. W. Dobelmann, S. 177).
1706 Katholische Nebenschule in Hekese erstmalig erwähnt (die Bauernschaft Hekese gehörte damals zum Kirchspiel Ankum), wahrscheinlich bald eingegangen bzw. aufgehoben.
1728 Evangelische “Winkelschule” in Anten, vom ev. Landesherrn Ernst August II. (1715-1728) geduldet (nicht genehmigt), wurde vom nunmehr kath. Landesherrn, Bischof Clemens August von Bayern (1728-1761) verboten. Der Schulmeister von Anten wurde mit 15 Reichstalern Strafe belegt, weil er das Verbot nicht unverzüglich befolgte.
1735 Evangelische „Winkelschule” für die Kinder aus Berge, Schmone und Dalvers wurde verboten. Der Unterricht war an verschiedenen Plätzen durch Privatlehrer Huster in „Rohres Scheune” (Schmone) und in „Bornemanns Backhaus” (Dalvers) abgehalten worden. Seit 1725 unterrichtete der Lehrer Tobias Koch die Kinder aus o.g. Gemeinden, zu denen noch Kinder aus Anten kamen. Die lutherischen Einwohner von Dalvers verbanden sich mit denen von Renslage und schickten ihre Kinder in die zum evangelischen Kirchspiel gehörende 1745 gegründete Nebenschule Renslage. Die evangelischen Kinder aus Anten, Berge und Schmone werden die Schulen in Börstel und Bippen besucht haben.
1754 Gutachten der juristischen Fakultät der Universität Marburg bestätigte die Legalität der Stiftsschule in Börstel, die von katholischer Seite bezweifelt worden war.
Schulmeister war von 1674 bis zu seinem Tode im Jahre 1739 J.E. Buchholtz (er starb im gesegneten Alter von 108 Jahren); diesem folgte der ihm seit 1734 beigegebene Adjunkt Johann Jürgen Funke, der „Stammvater sämtlicher bis zum Jahre 1886 einander nachfolgenden Schullehrer gleichen Namens”. (Ab 1767 Ernst Ludwig Funke, ab 1807 Christian Wilhelm Funke, ab 1830 August Funke, ab 1840 Karl Theodor Hermann Funke – 1844 vertretungsweise Friedrich Funke – bis Ostern 1886).
1765 Evangelische Schule im damaligen Kirchspiel Berge gegründet, Errichtung eines eigenen Schulhauses „in den Höfen” (mit dem Status einer Nebenschule). Schulmeister waren: Stoffer Kehren, nebenberuflich Händler; ab 1786 bis 1801 Martin Lehners.
1768 Errichtung eines „neuen Küster- und Schulhauses” in Börstel – demnach mußte es auch ein „altes” gegeben haben – (nach der Überlieferung soll der erste Lehrer Funke die Kinder im sog. „Brauhause am Kaminfeuer” unterrichtet haben).
1786 Verordnung des Hochstifts Osnabrück für katholische Landschulen: Die Unterrichtung der Fächer Lesen, Schreiben, Rechnen und Religion wird zwingend vorgeschrieben; die Schulmeister werden ermahnt, sich nicht mit Nebenbeschäftigungen (Landwirtschaft, Handel usw.) abzugeben; Kenntnisse der Lehrer und Schüler sollten jährlich einer Prüfung unterzogen werden.
Als Schulmeister werden für die Zeit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts genannt für die Kirchspielschule (Hauptschule*): ab 1759 von Grahlen und 1772 Karl Heck; für die Nebenschule in Grafeld: ein Lehrer namens Wobbe, ab 1769 (bis 1836) Bernhard Hinrich Markus.
* Der Begriff „Hauptschule” erfuhr in Deutschland im Laufe der Zeit mehrmals einen Bedeutungswandel.
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